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14.12.2019 | Unternehmen

Insider berichten | Alles was Sie zu IPS Implants® Hand wissen müssen

1. Um was geht es bei IPS Implants® Hand?

IPS Implants® Hand beinhaltet die patientenspezifische Rekonstruktion des distalen Radius‘ und des Unterarms (Radius und/oder Ulna). Nachdem von der betroffenen Region und der jeweils anderen, gesunden Patientenseite ein CT-Scan angefertigt wurde, kann im IPS Gate® ein Fall erstellt und die Daten hochgeladen werden. Einer unserer Ingenieure plant und konstruiert daraufhin in enger Zusammenarbeit mit dem Chirurgen die Rekonstruktion. Anschließend werden je nach Indikation und klinischer Situation eine oder mehrere Bohr- und Markierungslehren, patientenspezifische Implantate, sowie prä- und postoperative Modelle geplant und produziert. Diese werden dann intraoperativ verwendet, um die zuvor digital geplante Rekonstruktion umzusetzen.

2. Für welche Indikationen und Fälle sind unsere Lösungen geeignet?

Unsere Lösungen können zur Versorgung verschiedenster Indikationen in der Handchirurgie verwendet werden.
Aktuell wird IPS Implants® Hand hauptsächlich für Patienten eingesetzt, bei denen aufgrund einer in Fehlstellung verheilten Fraktur nach einem Trauma am distalen Radius und/oder des Unterarms Bewegungseinschränkungen und Schmerzen vorliegen. Häufig wird mit IPS Implants® Hand eine für den Patienten belastende und einschränkende Situation korrigiert, die bereits über einen längeren Zeitraum zurückliegt.

3. Wo liegen die Vorteile für Patienten und Anwender?

Der Hauptvorteil der patientenspezifischen Radius- und Unterarmrekonstruktion ist die exakte, anatomische Rekonstruktion von Knochen und Gelenkflächen. Dabei wird die fehlverheilte Seite mit Hilfe der gesunden Gegenseite verglichen und an dieser Referenz wieder korrekt ausgerichtet.

Anwender und Patienten können vor allem bei Unterarmrekonstruktionen und komplexen extra- oder intraartikulären Radiusrekonstruktionen von der IPS®-Technologie in der Handchirurgie profitieren. Besonders hervorzuheben sind Fälle, bei denen Rotationsfehlstellungen im Unterarm vorliegen oder die Gelenkfläche des distalen Radius‘ komplex rekonstruiert werden muss. Die präoperative, virtuelle 3D-Planung, die Bohr- und Markierungslehren, sowie die patientenspezifischen Implantate unterstützen den Chirurgen hierbei intraoperativ enorm. Speziell hervorzuheben ist dabei das 3D-gedruckte patientenspezifische Implantat, welches die Knochensegmente exakt in die vorher geplante optimale anatomische Position bringt und sich passgenau an die knöchernen Strukturen anfügt.

4. Wann wurde der erste Patient mit dieser Technik versorgt und wie viele Fälle wurden seitdem realisiert?

Die erste patientenspezifische extraartikuläre distale Radiusrekonstruktion wurde von Dr. med. Stephan F. Schindele in der Schulthess Klinik Zürich, Schweiz, im März 2016 realisiert. Dies stellte den Start einer Studie mit 6 Patienten dar, die im Rahmen des FESSH-Kongresses 2018 in Kopenhagen vorgestellt wurde.

Im Oktober 2018 wurden die ersten beiden patientenspezifischen Unterarmrekonstruktionen in Zusammenarbeit mit Dr. med. Antti Launonen im Universitätsklinikum Tampere, Finnland, und Dr. med. Jan Ragnar Haugstvedt im Østfold Hospital, Moss, Norwegen, durchgeführt.

Nachdem sich die patientenspezifische extraartikuläre distale Radiusrekonstruktion und die patientenspezifische Unterarmrekonstruktion als erste IPS Implants® Hand-Indikationen etabliert hatten, wurden in Zusammenarbeit mit Dr. med. Philip Grieve in der Blackrock Clinic, Dublin, Irland, Dr. med. Niels Schep im Maasstad Ziekenhuis Rotterdam, Niederlande und Dr. med. Radek Kebrle im Vysoke nad Jizerou Hospital, Tschechien im Juni und Juli 2019 die ersten intraartikulären Radiusrekonstruktionen mit IPS Implants® Hand realisiert.

Bisher konnten bereits 52 Patienten von IPS Implants® Radius Reconstruction und 23 Patienten von IPS Implants® Forearm Reconstruction profitieren. Im Moment befinden sich weitere 32 Fälle in der Planung.

5. Wie ist die erste Rückmeldung zum Produkt?

Das Feedback der Anwender, die mit unserer IPS®-Hand-Technologie arbeiten, ist durchweg positiv. Gemeinsam mit den Anwendern versuchen wir weiterhin unsere IPS®-Technologie in der Handchirurgie stetig zu verbessern und weiterzuentwickeln.
Neben den positiven Operationsresultaten bekommen wir auch für die enge und offene Zusammenarbeit mit den Anwendern viele positive Rückmeldungen.

"Die 3-dimensionale Rekonstruktion von in Fehlstellung verheilten Frakturen des Unterarmes hat sich mittlerweile an verschiedenen Zentren bewährt und in der Literatur wird bis heute bei dieser noch jungen Technik über gute Resultate berichtet. Durch diese Technik kann einerseits die Präzision der Korrektur erhöht werden und mit entsprechender Erfahrung auch die Dauer der OP verkürzt werden. Insbesondere bei komplexen Rekonstruktionen mit Rotationsfehlstellungen kann auf den Einsatz dieser Technik nicht mehr verzichtet werden. Die Fixation der Korrektur mit einem individuellen Implantat wird zudem in vielen Fällen der individuellen Anatomie in jedem einzelnen Fall gerecht." – Dr. med. Stephan F. Schindele, Schulthess Klinik, Zürich, Schweiz

"After many years as a hand surgeon, one of the most challenging procedures to perform is correction of malunited forearm fractures that the patient suffered from in childhood. Using 3D reconstruction of the contralateral (non-injured) arm, and patient-specific guides and plates, the correction has been made “easy” with good results and happy patients." – Dr. Jan-Ragnar Haugstvedt, Østfold Hospital, Moss, Norwegen

"With regards to the case in question, I simply wouldn’t have been able to treat this complex intra-articular malunion effectively without a patient specific implant and the 3D planning involved. On the day of surgery the support KLS Martin provided was top class and ensured the surgery was performed to the highest standard possible. I’m looking forward to my next case already." – Dr. med. Philip Grieve, Blackrock Clinic, Dublin, Irland

"IPS® provides me with the tools to plan and execute complex extra-articular malunions of the distal radius. Moreover, recently we also successfully completed intra-articular corrections with the help of patient-specific 3D-printed guides and titanium plates." - Dr. med. Niels Schep, Maasstad Ziekenhuis Rotterdam, Niederlande

"3D planning and customized 3D printing in reconstructive surgery start to be inevitable solution for certain pathologies. Their use during reconstruction of intraarticular malunions of distal radius gives us a chance to reconstruct more complex cases that would be otherwise indicated for salvage." – MUDr. Radek Kebrle, Vysoke nad Jizerou Hospital, Tschechien

6. Wie haben sich die Produkte in Zusammenarbeit mit klinischen Anwendern weiterentwickelt?

Seitdem dem ersten Einsatz von IPS® in der Handchirurgie im Jahr 2016, haben sich das Design der Bohr- und Markierungslehren, sowie das Design der patientenspezifischen Platten fortwährend  weiterentwickelt.

Bei der Radiusrekonstruktion konnte die Lehre schlanker, anatomischer und dadurch minimal-invasiver gestaltet werden, wobei die benötigte Stabilität der Lehre weiterhin bestehen bleibt. Auch Markierungslehren mit mehreren Sägeschnitten wurden bis heute eingesetzt. Zudem kann in speziellen Fällen, wenn vom Anwender gewünscht, der Sägespalt der Lehre durch K-Draht Löcher ersetzt werden. Die erforderliche Osteotomie erfolgt in Folge dessen mit K-Drähten und anschließend mit kleinen Knochenmeißeln anstatt mit einem Sägeblatt, wodurch weniger Knochensubstanz verloren geht und die Präzision erhöht wird. Dies stellt insbesondere bei intraartikulären Fehlstellungen eine große Hilfe dar. Wenn möglich versuchen wir zudem in einer Lehre mehrere Sägeschnitte für extra- oder intraartikuläre Radiusrekonstruktionen zu vereinen.

Je nach Komplexität des Falls oder auf Wunsch des Chirurgen können aber auch mehrere Lehren für die Bohrungen und die Osteotomien geplant und verwendet werden.

Besonders hervorzuheben ist unser spezielles Design der Bohr- und Markierungslehren für patientenspezifische Unterarmrekonstruktionen. Die Bohr- und Markierungslehren haben wir basierend auf den Rückmeldungen der Anwender sukzessive weiterentwickelt. Das kompakte, ursprüngliche Design der Lehre wurde zusätzlich mit einem distalen Arm inklusive K-Drahtaufnahme ausgerüstet, der zur genauen Positionierung der Lehre beiträgt. Im aktuellen und neuesten Design der Lehre, stellt das distale Ende des Guide-Arms ein Y dar, wodurch zwei vorgeplante Referenzpunkte mit zwei K-Drähten fixiert werden und somit die präzise Positionierung der Lehre vereinfacht und gewährleistet wird.

Da es im Bereich des Unterarms sehr schwierig ist, die Bohr- und Markierungslehre exakt zu positionieren, bietet unser spezielles Design dem Chirurgen intraoperativ und für das Erreichen des geplanten Endresultats einen großen Mehrwert.
 

7. Was kommt in Zukunft? Was wird zukünftig möglich sein?

Durch die weitere Vereinfachung des Workflows planen wir, in Zusammenarbeit mit den klinischen Anwendern, die patientenspezifische Versorgung in der Handchirurgie noch weiteren Patienten zugänglich zu machen. Vor allem für komplexe Fälle wird die IPS®-Technologie in Zukunft zunehmend eine bedeutende Behandlungsoption darstellen, zumal durch die systematische Vorgehensweise die Überprüfung der klinischen Ergebnisse und damit eine Qualitätssicherung möglich wird.

Parallel planen wir unsere patientenspezifischen Indikationen in der Handchirurgie zu erweitern. Zusätzlich zur extra- und intraartikulären Radiusrekonstruktion und der Unterarmrekonstruktion sind in Zukunft auch Projekte für IPS®-Lösungen in der Rekonstruktion der metakarpalen Knochen und des Kahnbeins geplant.
 

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